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William Wauer

William Wauer

Oberwiesenthal/Erzgebirge 1866 -
Berlin 1962


William Wauer, Sohn eines Thüringer Geistlichen, schreibt sich 1884, nach der Schulausbildung in Dresden und Halle, zum Kunststudium an der Akademie in Dresden ein. Wauer wechselt später an die Akademien nach Berlin und München.
Ein sehr intensiver und bewegter Lebensabschnitt folgt ab 1888, in dem der Künstler u.a. in San Francisco, New York, Wien, Rom, Leipzig und Dresden lebt. Der Künstler arbeitet als Zeitschriftenverleger, Kunstkritiker, Feuilletonredakteur und Illustrator, gibt die Monatszeitschrift "Quickborn" heraus, ist zeitweise Leiter der Werbeabteilung der Lingner-Werke in Dresden und entwickelt dort u.a. die "Odol"-Werbung.
William Wauer wendet sich ab 1900 zunehmend dem Theater zu, besucht ab 1905 in Berlin die Regieklasse der Schauspielschule und inszeniert 1911 mit großem Erfolg Herwarth Waldens Pantomime "Die vier Toten der Fiametta". Wauers Regiearbeit ist einer der ersten Höhepunkte der Theaterarbeit der Künstlergruppe "Der Sturm", der Wauer 1912 beitritt.
Der Künstler betätigt sich ab diesem Jahr auch als Filmregisseur: 1913 entstehen "Richard Wagner", 1914-15 "Der Tunnel" und 1916 "Peter Lump". Der vielseitig begabte William Wauer beschäftigt sich neben seiner Tätigkeit als Film- und Theaterregisseur auch mit den bildenden Künsten. 1918 ist der Künstler erstmals mit eigenen Skulpturen an der 61. Ausstellung der Galerie "Der Sturm" beteiligt.
William Wauer wird vor allem als Porträtist bekannt - die Büste von H. Walden ist eine Inkunabel der expressionistischen Bildhauerkunst. William Wauers Skulpturen sind durch einen spannungsvollen Bewegungsrhythmus und eine expressiv-bewegte, ornamentale Oberflächengestaltung gekennzeichnet.
Bis sich der "Sturm"-Kreis 1924 allmählich aufzulösen beginnt, arbeitet William Wauer auch an Zeitschriften, Büchern und an der Kunstschule des "Sturm" mit. 1924 gründet Wauer die "Internationale Vereinigung der Expressionisten, Kubisten, Futuristen und Konstruktivisten". Diese Vereinigung leitet der Künstler bis zu ihrem Verbot 1933. 1941 erhält der Künstler, von den Nationalsozialisten als "entartet" eingestuft, Arbeitsverbot.
William Wauer ist nach dem Krieg mit Skulpturen, Gemälden und Graphiken wieder regelmäßig auf Ausstellungen präsent. Er arbeitet als Dozent an der West-Berliner Volkshochschule und ist Vorstandsmitglied des Verbands der Berliner Bildenden Künstler.

Ketterer Kunst
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